VANLife - Was kostet eigentlich ein Leben im Van?

Ein Leben im Van - heute hier, morgen da. Ständig unterwegs und dort leben, wo es einem gefällt. Ja - das klingt schon toll! Mandy von movin'n'groovin lebt diesen Traum bereits seit einiger Zeit. Wie sie sich ihr VANlife finanziert und welche Kosten beim Leben on the road auf einen zukommen, das hat sie uns hier verraten.


Im Van leben und die Welt bereisen - das klingt traumhaft, oder? Aber wer kann sich das schon leisten? Muss man dafür im Lotto gewinnen um sich diesen "Dauerurlaub" leisten zu können?

Mandy's VANTourer 600 L im Douro-Tal (Portugal)

Kurz vorab: ich habe (leider) nicht im Lotto gewonnen und bin auch sonst nicht mit Reichtümern überschüttet worden bisher. Deshalb meine kurze Antwort: das Leben im Van kann sich jeder leisten! Man muss es nur gut planen! Die lange Antwort folgt hier:

Ist das wirklich ein "Dauerurlaub?"

Ganz ehrlich: es fühlt sich sehr oft so an, als wäre ich im Dauerurlaub - ich kann es manchmal selbst nicht glauben, wie schön das Leben im Van ist und wie großartig sich diese Freiheit anfühlt!

Aber natürlich muss auch ich Geld verdienen um mir dieses Leben leisten zu können. Seit inzwischen über 5 Jahren bin ich selbstständig als Freiberuflerin im Bereich Online Marketing & Webdesign. Das heißt, ich gestalte neue Websites und betreue und berate Unternehmen zu vielen Themen im Online Marketing. Das gute daran: ich benötige für diese Arbeit nur meinen Laptop sowie eine Internetverbindung (und ab und an mein Telefon). Ich konnte als problemlos den Job in den Van "mitnehmen". Ich habe einen Mobile Router dabei und kaufe mir vor Ort eine Sim-Karte mit Datenvolumen. Das funktioniert bisher super und die Kosten dafür sind oftmals sogar günstiger als in Deutschland.

Somit ist der Posten Einnahmen schon mal gesichert. Wie sieht es mit den Kosten aus?

Wohnung vs. Van

Ich habe meine Wohnung in Berlin aufgegeben, als ich letztes Jahr in den VANTourer gezogen bin. Das bedeutet, ich habe keine Mietkosten u.a. Kosten mehr, die für eine Wohnung anfallen (Miete, Nebenkosten, Strom, Gas, Versicherung...). Das ist schon mal eine Menge Geld, die ich jetzt für den Van zur Verfügung habe.

Den Van gibt's ja leider nicht für geschenkt - den habe ich zum Teil von Ersparnissen gekauft und für einen Teil einen Kredit aufgenommen. Die Kreditrate deckt sich ungefähr mit der monatlichen Miete, die ich vorher gezahlt habe. Hinzu kommen noch Kosten für Versicherung, Steuern, etc. D.h. die Fixkosten für den Van sind ein bisschen höher als die Kosten für die Wohnung vorher. Dafür spare ich an anderer Stelle wieder Geld, z.B.:

Krankenversicherung

Als Selbstständige war ich in Deutschland privat krankenversichert. Jetzt als Dauer-Reisende habe ich eine spezielle Langzeit-Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, die viel günstiger ist als mein vorheriger Beitrag an die PKV. Der Unterschied macht ca. 150 € aus, die ich weniger an die Krankenversicherung zahle.

Telefonkosten

Den Handyvertrag aus Deutschland habe ich behalten, um weiterhin telefonisch erreichbar zu sein. Aber der Festnetz-Anschluss fällt natürlich weg, das spart mir wieder ein paar Euros.

Zusammengerechnet sind die Fixkosten im Van ein Stück geringer als vorher, als ich in Berlin gelebt habe.

Aber wie sieht es mit den laufenden Kosten unterwegs aus?

Diese sind natürlich variabel und hängen davon ab, wohin ich reise und was ich vor Ort unternehme bzw. wie ich mein Geld ausgebe. Nach über 10 Monaten, die ich inzwischen im Van lebe, kann ich nur eins sagen: es ist überall bezahlbar.

Meine erste Reise mit dem Van ging direkt in die teuerste Region Europas: nach Skandinavien. Der größte Posten auf meiner Ausgaben-Liste war der Sprit, auch weil ich sehr viel gefahren bin (über 11.000 km innerhalb von 3 Monaten). Aber abgesehen davon konnte ich mit dem Geld selbst in Norwegen ganz gut haushalten. Wie geht das?

  • Ich stehe zum Übernachten meistens frei oder auf kostenlosen bzw. recht günstigen Stellplätzen. Das spart viel Geld, denn auf Dauer sind mir Campingplätze einfach zu teuer. Außerdem mag ich viel lieber frei stehen, ganz ohne Nachbarn um mich herum.
  • Ich koche meistens selbst und gehe selten in Restaurants (der Beweis: Kochen im Van - Die VANTourer-Küche im Praxistest). Was nicht heißt, dass ich nie ausgehe. Aber gerade in Skandinavien war Ausgehen ein Luxus, den ich mir selten gegönnt habe. In Spanien oder Portugal geht das schon eher mal, hier sind die Preise viel geringer.
  • Ich gehe kaum "shoppen". Das Bedürfnis, einfach mal so durch die Stadt oder ein Einkaufszentrum zu schlendern und Dinge zu kaufen, die mir gefallen - das ist gar nicht mehr vorhanden. Wo sollte ich auch hin mit dem unnützen Kram, den man sonst gerne mal mitnimmt? Kleidung habe ich genug dabei und kaufe nur neu, wenn etwas kaputt geht oder es mir nicht mehr passt.

Meine Prämisse: nicht mehr Geld ausgeben als ich einnehme. Diese alte Weisheit, die sich bewährt - und das funktioniert wunderbar. Ich muss jetzt nicht jeden Cent einzeln umdrehen, haue das Geld aber auch nicht unbedacht zum Fenster raus. Und damit lebe ich sehr gut!

Fazit: Mit ein bisschen Planung ist ein Leben im Van nicht teurer als das "normale" Leben in einer Wohnung in Deutschland.

Die unzähligen wunderschönen Momente im Van, irgendwo am Meer den Sonnenuntergang genießen - einfach unbezahlbar!

Der VANTourer 600 L mit Blick auf den traumhaften Strand von Nazaré in Portugal

Eine ausführliche Übersicht über meine Ausgaben unterwegs im Van könnt ihr in meinem Blog Movin'n'Groovin nachlesen:

Quelle: Mandy Raasch

3 Kommentare

    • Mandy // Movin'n'Groovin 16 Juli, 2017 at 23:59 Antworten

      Hi Andreas,
      ich bin ja jetzt dauerhaft im Ausland unterwegs auf unbestimmte Zeit, deshalb ging das ganz problemlos mit der PKV. Dennoch kann ich mich bis zu 6 Wochen im Jahr auch in Deutschland aufhalten und bin über die Auslands-KV abgesichert. Aber jedes Versicherung hat da sicher ihre eigenen Eigenarten, die man genau prüfen sollte.
      Gute Fahrt weiterhin! 🙂

  1. Katja 5 September, 2017 at 11:23 Antworten

    Ein toller Artikel mit richtig guten Informationen. Insbesondere was die finanziellen Themen anbelagt, wird ja oftmals geschwiegen, wobei es am Ende ja doch eine sehr große Rolle spielt.

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