VANTourer: Mit dem Hund unterwegs im Van - Reisen mit Tieren

Mandy von Movin'n'Groovin ist auf den Hund gekommen 🐶🐾

Seit ein paar Monaten ist Marko jetzt der Mann im Haus im VANTourer, hütet Hab und Gut und steht für Schmuseeinheiten jederzeit zur Verfügung.

Mit einem Tier auf Reisen zu sein, heißt aber auch Verantwortung zu übernehmen. Worauf man alles achten muss und wie die beiden sich im Kastenwagen arrangieren, beschreibt Mandy im folgenden Artikel.


Seit September letzten Jahres bin ich nun nicht mehr alleine in Van unterwegs - mein Hund Marko ist als neuer Beifahrer, Entertainer, Schmutzfink und Kuschelmonster seit über vier Monaten mit dabei. Die Reise im Van mit Hund verändert schon einiges. Als frischer Hundebesitzer kommen viele neue Themen auf mich zu, mit denen ich mich jetzt auseinandersetzen muss. Nachfolgend ein paar der wichtigsten Dinge, die jeder vor und während der Reise mit Hund im Van berücksichtigen sollte.

Reisen mit Hund im Van - anschnallen bitte!

Marko's Lieblingsplatz während der Fahrt

Zuerst würde ich mal den Hund "fragen" - mag er überhaupt Auto fahren? Fühlt er sich wohl bei einer längeren Reise im Wohnmobil? Bei Marko war das zum Glück von Anfang an kein Problem, er ist sofort eingestiegen und ohne große Aufregung mitgefahren.

Dabei schnalle ich ihn auf dem Beifahrersitz mit seinem Geschirr an. Dort liegt er dann meist und schaut bei der Fahrt aus dem Fenster... und schläft nach kurzer Zeit meist ein. Er ist also total entspannt während der Fahrt und freut sich darauf, sobald wir irgendwo ankommen, die neue Umgebung zu erkunden.

Neben dem Sicherheitsgeschirr ist eine weitere Möglichkeit der Sicherung eine Hundebox. Allerdings war das bei der Größe von Marko (ein mittelgroßer Hund von etwa 24 kg) keine Option - eine Box in der Größe bekomme ich nirgendwo im Van unter. Vielleicht würde sie in den Kofferraum unter's Bett passen, aber das war für mich keine Option. Ich möchte Marko während der Fahrt bei mir haben und nicht im Dunkeln unterm Bett einsperren. Aber das ist natürlich bei jedem Hund anders. Für kleinere Hunde wäre noch eine Option, die Hundebox unter dem Tisch unterzubringen und dort zu befestigen, damit sie während der Fahrt nicht verrutscht.

Reiseapotheke für den Hund

Es gibt in der Apotheke eine gute Zusammenstellung an Medikamenten für die Reiseapotheke der Fellnasen. Ich habe die wichtigsten Sachen dabei - Zeckenzange, Desinfektionsspray, Verbandsmaterial sowie Advantix (ein Mittel gegen die "Mittelmeer-Krankheiten"). Alles andere findet sich auch im Sanitätskasten, der in jedem Wohnmobil dabei sein sollte.

Gut gebettet - der Hundeschlafplatz im Van

Probiers mal mit Gemütlichkeit - Für sein Nickerchen macht Marko sich ganz schön breit...

Marko ist ein sehr verschmuster Kuschelhund und ich konnte es ihm nicht verwehren, ins Bett zu hüpfen um dort mit mir zu kuscheln. Zwar habe ich auf der zweiten Betthälfte eine Hundeecke mit seinem Bettchen eingerichtet - darauf schläft er manchmal. Aber am allerliebsten legt er sich bei mir auf die Bettdecke, manchmal am Fußende oder am Bauch... oder morgens gerne einfach mal quer über meinen Oberkörper, damit ich auch ja wach werde und ihm Aufmerksamkeit schenke.

Tagsüber legt sich Marko gerne vorne auf Fahrer- und Beifahrersitz, die ich dann zu einem "Doppelsitz" zusammenschiebe. Die Sitzbank belegt er auch ab und an, diese ist aber recht schmal und für ihn nicht so bequem. Unter den Tisch verkriecht er sich nur selten, dort ist's für ihn recht eng.

Ein richtiges Hundebett habe ich bisher nicht gekauft, da ich vermute, dass Marko sich eher daneben als rein legen würde. Auch schreckt mich die Größe ab - so ein Bett nimmt ja jede Menge Platz weg. Derzeit habe ich das Hundebett improvisiert: ein alter Daunenschlafsack in einem Kinderbettbezug und ein Handtuch darüber.

Idealerweise hat der Hund seinen eigenen festen Platz im Van. Das wäre mir auch ganz recht, aber wir haben uns da noch nicht einigen können. Ich denke mit der Zeit wird sich Marko seine Lieblingsecke schon suchen.

Hundefutter für unterwegs

Ich füttere Marko derzeit mit Trockenfutter, das ist unterwegs am praktikabelsten. Ab und an gibt es etwas frisch gekochtes, Pasta oder Kartoffeln mit Gemüse, mal ein Schweinsohr oder andere Leckereien vom Metzger. Ich achte darauf, hochwertiges Trockenfutter zu kaufen (hoher Fleisch- und Gemüseanteil, geringer Getreideanteil). Einen Vorrat hatte ich aus Deutschland die ersten Monate dabei. Inzwischen kaufe ich in Spanien und Portugal neues Futter. Dabei kaufe ich nicht immer das gleiche, sondern probiere derzeit noch aus. Marko frisst bisher alles, was in der Schüssel landet. Ein bisschen Abwechslung zwischendurch tut ihm sicherlich gut. Wenn der Hund jedoch nur spezielles Futter essen kann oder darf, sollte der Vorrat für die Reise mit eingepackt werden.

Haare, Haare... und Sand

Deine Spuren im Sand...

Mein Reinlichkeitsempfinden hat extrem nachgelassen, seit ich mit Marko unterwegs bin. Haare verliert er immer und überall, auch bringt er von draußen jede Menge Sand und andere Dinge mit in den Van. Damit habe ich mich inzwischen arrangiert, zum Glück habe ich einen guten Handstaubsauger dabei. Außerdem ist eine Fellbürste (FURminator) mit an Bord, das Kämmen damit genießt Marko sehr.

Der einzige Haken, den ich jetzt feststelle: die Rillen der Duschwanne vom Raumbad sind die schlimmsten Dreckfänger - dort lagert sich jeglicher Schmutz ab, den Marko mit in den Van bringt. Haare, Sand und Dreck bleiben dort stecken. Diese "Dreckecke" wäre bei einem Festbad nicht vorhanden.

Die hündische Grobmotorik

Marko's Fluchtweg aus dem Van: einmal durch's Fliegengitter des Schiebetür-Fensters gehüpft...

Marko ist nicht unbedingt der eleganteste Hund, sondern eher grobmotorisch veranlagt. Direkt in den ersten Tagen lief er durch das Fliegengitter der Schiebetür, dies ist seitdem leicht verzogen und der untere Faden ist gerissen. Aber es erfüllt noch immer seinen Zweck.

Kürzlich habe ich Marko im Auto gelassen, bei geöffnetem Fenster in der Schiebetür - nur das Fliegengitter war unten. Ich hätte es vorher wissen müssen, dass dies Marko sicher nicht aufhält. Als er die Nachbarshunde erspäht, schafft er es irgendwie, durch das Fenster nach draußen zu springen - und zerstört dabei natürlich das Fliegengitter.

Dass Hunde Dinge anknabbern oder anderweitig kaputt machen können, sollte einem bewusst sein. Gerade im Van, wo wenig Platz für Auslauf ist und es bei längerem Mistwetter auch mal langweilig werden kann für die Fellnase. Abwechslungsreiche Beschäftigungen lenken den Hund sicher von dummen Ideen ab - daran üben wir noch 😉

Den Hund alleine im Van lassen

Manchmal will oder muss ich Marko alleine im Auto lassen, wenn ich z.B. zum Supermarkt gehe oder mich mit Freunden treffe. Zum Glück ist er auch da sehr entspannt und bleibt problemlos alleine im Van. Meistens schläft er oder schaut aus dem Fenster.

Aber nicht jeder Hund macht das von Anfang an mit, das sollte vorab getestet werden und ggf. muss eine zeitlang das Alleine bleiben mit dem Hund geübt werden. Schließlich soll diese Zeit ja kein Stress für den Hund sein sondern er soll sich entspannen im Van.

Beim Alleine bleiben öffne ich meist ein paar Fenster, damit Frischluft zirkulieren kann. Wenn es zu heiß ist, binde ich Marko lieber vor dem Van an einem schattigen Platz an, dabei wird einfach die Schleppleine hinten am Fahrradträger befestigt. Das Auto heizt sich im Sommer sehr schnell auf, das kann für den Hund dann gefährlich werden.

Unterwegs mit Hund

Mit Marko unterwegs in Coimbra, Portugal

Zum Wandern oder Sightseeing nehme ich Marko fast immer mit, schließlich soll er ja auch die Welt sehen, die ich mir so gerne anschaue. Unterwegs in der Natur ist das alles kein Problem, für Marko ist jede Wandertour ein riesiger Hundespiel- und Schnüffelplatz. Anders ist es jedoch in größeren Orten mit vielen Menschen und Hunden. Da muss ich viel aufmerksamer sein und öfter mal eine Pause einlegen, damit Marko diese Reize nicht überfordern. Das ist natürlich auch bei jedem Hund verschieden, aber generell sollte man seinen Hund in fremden Orten mehr beobachten und lieber an der Leine führen, um unerwünschte Begegnungen zu vermeiden.

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Dies sind Tipps von mir als frische Hundebesitzerin. All diese Infos habe ich von lieben Freunden und Bekannten vor der Abreise bekommen, u.a. von Nima von Abenteuer unterwegs. Das Wichtigste ist meines Erachtens, dass sich der Hund im Van wohl fühlt und gerne neue Ecken erkundet.

Für mich ist das Leben mit Hund noch ein großes Abenteuer, das gerade erst begonnen hat. Auch wenn mein Van jetzt ein paar Macken mehr hat und nicht mehr so schön sauber ist wie zuvor... das ist alles unwichtig. Der Spaß mit Marko überwiegt und ich bin mir sicher, dass er ebenfalls eine schöne Zeit hat mit mir unterwegs im Van!


Danke Mandy für diesen Einblick in dein neues VANLife mit Hund! Wir wünschen euch beiden weiterhin viele tolle Eindrücke und ein gutes Miteinander 😉

1 Kommentar

  1. Daniel 14 August, 2018 at 10:20

    Hey Mandy,

    super Artikel! Auch ich nehme unseren Ringo bald das erste mal mit auf eine längere Reise mit unserem Van. Da ist es doch schön zu sehen wie das bei anderen so klappt und was ihr so für Tipps auf Lager habt 🙂

    Speziell beim Futter hätte ich noch eine Frage. Normalerweise barfe ich meinen Hund und das ist ja auf einer längeren Reise wie ich sie plane einfach nicht praktikabel. Macht es dann mehr Sinn auf Trockenfutter umzusteigen oder auf spezielles Fertig Barffutter ?

    Ich probiere momentan schon ein bisschen mit dem Hundefutter von Bestesfutter herum (https://www.bestesfutter-deutschland.de/hundefutter) um ihn schonmal etwas umzugewöhnen. Aber hast du noch Tipps was das Futter angeht ? Vielleicht einen anderen Anbieter oder so?

    Wäre für Tipps dankbar

    Grüße Daniel

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